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Zur Geschichte - kurz und knapp gefaßt |
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Nach dem Wachsen der Magdeburger Beamtensiedlung Wilhelmstadt in den 20er Jahren beschloß
der Gemeindekirchenrat der Paulusgemeinde 1932, einen Pfarrsprengel Stadtfeld-Ost zu bilden und
dort ein Gemeindehaus zu bauen. Mit der Architekturstudie wurde der Architekt A. R. Heintze
beauftragt, ein Schüler des namhaften Magdeburger Bauhausarchitekten Bruno Taut. 1934 erfolgte
die Grundsteinlegung, bereits ein Jahr später wurde der Bau eingeweiht. Entstanden war ein
3-flügliger Gebäudekomplex: im Osten liegt das auf einer Ost(Altarraum)-West-Achse
ausgerichtete Kirchgebäude, im Westen lag das Pfarrhaus, dazwischen als Verbindung ein
Flachbau, der den Kindergarten der Gemeinde und Verwaltungsräume enthielt. Im Norden sollte
dem Gebäude später ein großer Innenhof vorgeordnet sein, der kriegsbedingt nicht mehr gebaut
wurde. Im Kirchgebäude, das vier Eckturmaufgänge hatte, gab es einen Kirchsaal mit 800 Plätzen,
eine Theaterbühne und eine architektonisch interessante hölzerne Bauhaus-Kassettendecke, die
heute nicht mehr existiert. Da sowohl der Architekt wie auch der damalige Gemeindevorstand der
nationalsozialistischen Bewegung "Deutsche Christen" zugeneigt waren, wurde an der Längsseite
der Kirche eine Sandsteinplastik im Stile des NS-Bildhauers Arno Breker angebracht.
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| Beim Bombenangriff 1945 wurde das Pfarrhaus durch einen Volltreffer total zerstört, das
Kirchgebäude im Bereich des Altarraumes und des nordöstlichen Treppenturmaufganges durch eine
Luftmine und Brand schwer beschädigt. Bis 1953 konnte das Gebäude aufgrund der Kriegsschäden
nur partiell genutzt werden. Im Juni 1954 wurde die Matthäusgemeinde als eigenständige
Kirchgemeinde gegründet. |
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| Mit den damals möglichen geringen Baumitteln der DDR-Zeit wurde im Obergeschoss ein
Gottesdienstraum eingebaut. Große Teile des Erdgeschosses nutzte ab 1961 die Evang. Kirche der
Kirchenprovinz Sachsen mit der provinzialkirchlichen Beschaffungsstelle für Gemeindebedarf
(eine Art Versandhandlung für kirchliche Gebrauchsgegenstände und Kirchenmobiliar). Anfang der
90er Jahre war im gemeindlich ungenutzten Gebäudeteil ein Möbelhaus untergebracht; später
standen diese Räume der Osteuropa-Hilfe des Caritas-Verbandes im Bistum Magdeburg und der
provinzialsächsischen Landesstelle des Deutschen Evangelischen Kirchentages als Lagerräume
zur Verfügung. |
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In den Jahren 2000 bis 2002 erfolgte der grundlegende Umbau des Gebäudes.
Die Kirchgemeinde nutzt nun das behindertengerecht ausgebaute Erdgeschoß, im Obergeschoß ist
das Zentralarchiv der Evang. Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (Evang. Kirche in
Mitteldeutschland) untergebracht. Im Jahr 2004 feierte die Matthäusgemeinde den 70. Gedenktag
der Grundsteinlegung des Gebäudes und ihr 50. Gründungsjubiläum.
U.K.
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